Die Sache mit den Wasserzeichen

Man sieht sie immer und überall:
Fotos mit Wasserzeichen drauf.
"Dominik Amsel Photography" prangt unten rechts auf dem völlig kaputtbearbeiteten Bild, damit ja niemand auf die Idee kommt, dieses Resultat des EBV-Elends zu klauen und als sein eigenes Werk auszugeben.
Außerdem sollen natürlich die Creative Directors der amerikanischen und internationalen Foto- und Werbeagenturen sofort sehen können, dass der Künstler weltweit tätig ist und über weitreichende Kontakte verfügt.

Ich mag keine Wasserzeichen in Fotos.
Sie lenken vom Bild ab und machen es oft kaputt.
Sofern das nicht schon der Urheber erledigt hat.
Besonders tragisch ist das bei sehr guten Bildern, die so ihrer Wirkung beraubt werden.

Natürlich gibt es gute Gründe für Wasserzeichen.
Ermöglichen sie es dem Betrachter herauszufinden, wer das Bild gemacht hat und erleichtern eine Kontaktaufnahme um eventuell Nutzungsrechte zu erwerben.

Aber müssen dafür 5-10% des Bildes mit weißer Schrift, einem dämlichen Namen, der auf "Photography" endet und einem Coypright-C bedeckt werden?
Nein!
Man kann das auch unaufälliger, kleiner, transparent und stilvoll machen, wenn man denn unbedingt ein Wasserzeichen braucht.

Wenn man für einen bestimmten Zweck eines einsetzen möchte und sich für einen Menschen hält, dem es wichtig ist, wie die Dinge aussehen, sollte man sich schon etwas Mühe geben, wie das wirkt, wo es platziert wird und wie groß es sein soll.
Ein schönes Beispiel für ein Wasserzeichen gibt es, zum Beispiel, bei diesem Kollegen hier.

Es fügt sich zurückhaltend ein, hat Stil, ist klein und trägt trotzdem alle Infos, die man so braucht.

Wer ein Foto wirklich klauen will, wird das einfach tun.
Das Wasserzeichen kann man abschneiden oder wegstempeln und schon war es sinnlos das überhaupt da einzusetzen.
Dann wurde ggf. ein Bild damit erst verunstaltet und dann trotzdem geklaut.

Was hat man denn damit gewonnen?

Wer für ein Foto ein Nutzungsrecht hat und es verwendet, muss sowieso angeben, wer der Urheber ist - auch da braucht's kein Wasserzeichen, da können die Leute dann einfach das Bild genießen, wie es ist.

Grade Anfänger neigen dazu richtig fette Signaturen in ihre Bilder zu kleistern.
Als hätte die Welt nur darauf gewartet, ihre neusten Werke zu klauen und Plakatwerbung damit zu machen.
Lasst das doch sein - es kommt nur selten etwas Gutes dabei heraus, wenn man alles auf einmal erreichen will.
Erst sollte, finde ich, Übung in der Fotografie und Bildgestaltung erworben werden und dann kann man sich, mit den neuen Kompetenzen im Rücken, Gedanken über ein Wasserzeichen machen.

Beim Hausbau fängt man ja auch nicht mit dem Dach an. 

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